Alle Aspekte im Blick

Erneuern oder ersetzen? Im Fall von zwei unspektakulären Wohnhäusern in Zürich Nord prüfte Pensimo Management diese Frage genau.
Themenheft Hochparterre 04/22 "Baustelle Klimaschutz"

Die Hebel für die Reduktion

Themenheft Hochparterre 04/22 "Baustelle Klimaschutz"

Modern Rebirth

Tatler Singapore 02/22

Le fil rouge

Hochparterre Wettbewerbe 02/22

Heterogene Herde unter einem Dach

Stefansviertel in Zürich Schwamendingen
Werk, Bauen + Wohnen 1/2-2022

frau_sia Zürich

Instagram frau_sia zürich, 9.8.21

Critical Care

Architektur auf der Intensivstation Erde
Werk, Bauen + Wohnen 06/2021

Luft, Wind und Schatten

Die Thematik der Kaltluftströmungen in der Fachplanung Hitzeminderung der Stadt Zürich
Hochparterre Sonderheft 09/2020 "Fachplanung Hitzeminderung"

Piazza am See

Swiss Architects, 19.9.2019

"Männerwelt Architektur"

SRF Kulturplatz 16.1.2019

Die ganglose Schule

Hochparterre 10/2018

Bildersturm

Das Zentrum der neuen Schule
Hochparterre Wettbewerbe 3_2018

Vorläufiges Lernen

Hochparterre 11/2016

Kochwerkstatt

umbauen+renovieren, 3/2014

Flaggschiff der Nordküste

Studentenwohnhaus Aspholz in Zürich von Darlington Meier Architekten
Werk, Bauen + Wohnen 09/2014

Scheune mit Anspruch

Produktionshalle in Alpnach von Seilerlinhart
Werk, Bauen + Wohnen 03/2014

Mit Glas mauern?

Glasbausteine heute
Werk, Bauen + Wohnen 09/2013

Lichtspagat

Wohnüberbauung Viehmarktareal in Lenzburg von Lüscher Bucher Theiler + Hans Lauber Architekten
Werk, Bauen + Wohnen 5/2012

Klassisch, kritisch oder manieriert

Ein neuer Blick auf das Werk Robert Haussmanns
Werk, Bauen + Wohnen 12/2011

Projekt Maulwurf

Bildergeschichte von Michèle Mambourg und Barbara Wiskemann zur städtebaulichen Zukunft von Zürich. Strapazin 101, Dezember 2010

Zwischen Gartenstadt und Suburbia

Die Wohnsiedlung Zelgli Mattenbach in Winterthur von park Architekten
Werk, Bauen + Wohnen 1+2 / 2010

These und Exempel

Wohnhaus in Tuggen von Meili Peter Architekten
Werk, Bauen + Wohnen 3/2009

Herr Haussmann, wie haben Sie das gemacht?

Text in: Wie haben Sie das gemacht? Sechs Gespräche über Architektur, Hrsg Axel Simon, 2009

Materialarchiv

Archive, Ausstellungen und ein Anlass
Werk, Bauen + Wohnen 7-8/09

Mehr Raum, weniger Oberfläche

EM2N; Mathias Müller und Daniel Niggli im Gespräch mit Barbara Wiskemann
Werk, Bauen + Wohnen 12/08

1:1 METAL WORKS

Eine digital-analoge Baustelle
Christoph Schindler und Barbara Wiskemann: Konzept, Inhalt und Gestaltung. Beiträge von Andrea Deplazes, Ludger Hovestadt, Mark Ziegler, Rudolf Detsch und Sandra Zacher, Studierenden und Assistierenden der ETH Zürich. gta Verlag Zürich, 2007

Architektin: mit Kind, ohne Arbeit

Hochparterre 08/2007

Städtebau an der Ecke

Werk, Bauen + Wohnen 10/2006

Ökologische Experimentalhäuser aus den 1970er-Jahren

Kunst+Architektur 09/2006

1:1 WOOD WORKS

Ein experimenteller Massivbau
Eva Geering und Barbara Wiskemann: Konzept, Inhalt, Gestaltung, Herausgegeben von Andrea Deplazes, gta Verlag Zürich, 2005

Terraingewinn

Aspekte zum Schaffen von Schweizer Architektinnen 1928-2003
16 Portraits über Schweizer Architektinnen von Barbara Wiskemann: Bétrix, Boesch, Brügger, Burgdorf, Burkhalter, Gigon, Holzer, Knapkiewicz, Lamunière, Maissen, Ruchat, Staufer, Stücheli, Stürm, Theus, Vehovar

Expomat

1341 Projekte für eine Schweizer Landesausstellung
Konzept, Text, Gestaltung: Roman Keller und Barbara Wiskemann. Beiträge u.a. von Suzanne Zahnd, Rein Wolfs, Daniel de Roulet; Gespräche u.a. mit Martin Heller, Kurt Aeschbacher, Jacqueline Fendt. Edition Patrick Frey 2002
Werk, Bauen + Wohnen 06/2021

Critical Care

Architektur auf der Intensivstation Erde

Was ist die gesellschaftliche Relevanz von Architektur? Diese immer wieder gestellte Frage wird im Zentrum Architektur Zürich ZAZ neu verhandelt. Architektur bedeutete nach Luigi Snozzi schon immer Zerstörung. Die Ausstellung „critical care - Architektur für einen Planeten in Krise“ stellt die Frage, wie sich in unserer Welt mit anhaltendem Gefälle zwischen arm und reich, mit zunehmenden Auswirkungen der Klimakatastrophe und der ungebremsten Kraft des Kapitals neue Möglichkeiten finden lassen, wie Architektur heilend anstatt zerstörerisch wirken könnte. Die Schau wurde 2019 vom Architekturzentrum Wien produziert und für Zürich leicht angepasst und erweitert. 

Die Wiener Kuratorinnen Angelika Fitz und Elke Krasny sehen Architektur als kulturelle Praxis mit gesellschaftlicher Dimension. Gestützt auf die politische und feministische Care-Theorie stellen sie die These auf, dass es möglich ist, mit dem Mittel des Architekturprojekts für komplexe gesellschaftliche Fragestellungen Antworten finden. 21 Beispiele aus der ganzen Welt, alle im 21. Jahrhundert realisiert, zeigen, wie das funktionieren kann. Die Projekte sind in fünf verschiedene Kategorien eingeteilt, die je einen Fokus des care-Gedankens formulieren. In der Kategorie Wasser, Grund und Boden werden Projekte gezeigt, die diese Ressourcen ins Zentrum stellen, wie etwa die Revitalisierung eines antiken Bewässerungssystems und gleichzeitige Etablierung eines öffentlichen Gemeinschaftsgartens und Parks in der katalanischen Thermalstadt Caldes de Montbui. Um dieses Vorhaben anzustossen wurden vorab partizipative Prozesse mit den Kleingärtnern und der Stadtverwaltung angeschoben. Die Beteiligung verschiedener Akteure ist in den meisten der gezeigten Projekte zentral, durch aktives Mitdenken verschiedener Beteiligten werden sie breiter getragen und funktionieren langfristiger. Ganz andere Dimensionen hat  das Projekt Mexus, das die ökologischen Auswirkungen der Grenze und des Grenzzauns zwischen Mexico und den USA auf die Wassersysteme untersucht. Eine zweite Kategorie bilden die Kenntnisse und Fähigkeiten, bei denen es meist um die Anwendung oder Adaption traditioneller, ressourcenschonender Techniken, beispielsweise verschiedene Lehmbauarten geht. Projekte in Pakistan, Bangladesh und Syrien zeigen, wie so die etablierte Bauwirtschaft umgangen werden kann, die hier wie dort mit Kapital und weniger arbeitsintensiven Techniken sowie mit CO2-intensiven Materialien wie Beton operiert, für grosse Schichten der Entwicklungsgesellschaften aber gar nicht bezahlbar und so oft weder ökologisch, sozial noch wirtschaftlich nachhaltig sind. Die Kategorie Produktion überschneidet sich teilweise mit Kenntnissen / Fähigkeiten und versammelt Ansätze, welche die Etablierung von Produktionsstätten als Katalysator des Zusammenlebens ins Zentrum der Konzepte stellt. Das können Recyclingwerkstätten in französischen Vorstädten oder eine Tofumanufaktur in einer strukturschwachen chinesischen Region sein. Ökologische Planungen – auch das ein gemeinsamer Nenner der gezeigten Projekte – schaffen einen zusätzlichen Mehrwert durch ihren Vorbildcharakter. Care for Repair versammelt Projekte, die bestehende, meist strukturbedingt brach liegende Gebäude in eine zukünftige Nutzung überführen. In dieser Kategorie werden zum Beispiel Lacaton & Vassals Transformation einer Wohnüberbauung in Bordeaux gezeigt oder die Umnutzung des jahrelang leerstehenden „Hauses der Statistik“ am Berliner Alexanderplatz in günstige Wohnungen. Sehr eindrücklich auch das Quartierzentrum SESC 24 de Mayo in Sao Paulo, für das Paulo Mendes da Rocha und MMBB Architects ein ehemaliges Möbelhaus aus den 80er-Jahren im verwahrlosten Stadtzentrum der Grossstadt zu einem vertikalen öffentlichen Raum mit Gemeinschaftseinrichtungen und einem ikonischen öffentlichen Pool auf der Dachterrasse umgebaut haben. Der öffentliche Raum als fünfter Fokus zeigt in London, Barcelona und Wien, wie durch klare Problemdefinition und Erkundung der Bedürfnisse der Bevölkerung öffentlicher Raum gestärkt werden kann. Im Beispiel der Superblocks in Barcelona werden das Lokalklima verbessert, die Luftbelastung vermindert und Nachbarschaften intensiviert.

Um die Aktualität der Themen in der Schweiz zu zeigen, hat das ZAZ in einem open call im November alle Interessierten aufgefordert, lokale Projekte für die Ausstellung einzureichen. In einer Jurierung wurden 22 Eingaben ausgewählt, die ebenfalls ausgestellt sind. Die Erweiterung der Wiener Ausstellung mit internationalem Fokus ist als Abgleich mit der hiesigen Realität wichtig, weil sich zeigt, dass sich viele Projekte und Initiativen mit ganz ähnlichen Themen beschäftigen. Sei es Re-Use, öffentlicher Raum, Aktivierung von bestehenden Strukturen oder partizipative Ansätze, alles ist vorhanden. Da die Beiträge als fertige Ausstellungsbeiträge eingegeben werden mussten, sind sie sehr dispers und teilweise schwierig zu lesen, zudem ist bei vielen Beiträgen die Autorschaft nur schwer eruierbar. Mit überschaubarem Aufwand hätten diese Beiträge noch etwas nachgebessert werden können. Dass mit dem Baubüro in situ, Denkstatt Sarl und Zirkular GmbH drei Eingaben aus dem Umfeld der Basler Pioniere Barbara Buser und Eric Honegger vertreten sind, zeugt von deren herausragenden Arbeit. Anstatt sie beim open call so zu bevorzugen, wäre es toll gewesen, ihnen einen eigenen Auftritt zu geben zum Thema alternative Denkmodelle sowohl betreffend Arealentwicklung als auch Re-Use.

Die Projekte bieten viel Stoff zum Nachdenken, sie zeigen das scheinbar grenzenlose Potenzial von Architektur und versammeln dazu spannende Projektansätze. Zudem wird das Berufsbild von ArchitektInnen hinterfragt, weil das Ausloten der klassischen Entwurfsparameter Ort, Funktion oder Struktur nur die eine Seite der Projekte ausmacht. Es geht auch um die Form der Aquisition, um die Selbstermächtigung, Themen aufzugreifen mit oder ohne Auftrag, oder um die Definition der Projektziele. Dass gute Architektur dabei herauskommen kann, zeigen die Projekte ebenfalls.